Schulen in Graz
Die Stadt Graz bietet ein umfangreiches Angebot an schulischer Aus- und Weiterbildung, das sowohl von staatlichen als auch von privaten Trägerorganisationen unterhalten wird.
Die Auswahlmöglichkeiten des individuellen Bildungsweges sind überaus zahl- und variantenreich. Aus diesem Grund werden die unterschiedlichen, in Graz beheimateten Schultypen im Zuge eines chronologischen Bildungsweges dargestellt:
1. Volksschulen in Graz
(Vierjährige Grundausbildung der 4 Kulturtechniken ‚Lesen‘, ‚Schreiben‘, ‚Rechnen‘ sowie ‚die Suche und Aufbereitung von Informationen‘)
Sonderschulen
(Dauer bei Bedarf über die gesamte Schulpflicht – Schulform für SchülerInnen mit besonderem
sonderpädagogischen Förderbedarf)
2. Wege nach der Volksschule
Hauptschule (4 Jahre)
Lehrinhalt: Vermittlung grundlegender Allgemeinbildung und Vorbereitung der Schüler auf den Berufseintritt oder den Übertritt in mittlere oder höhere Schulen.
Schulformen: Hauptschule, Musikhauptschule, Sporthauptschule
Aufnahme: Erfolgreicher Abschluss der 4. Stufe Volksschule bzw. bei den Sonderformen
(wie Musik- und Sporthauptschule) eine entsprechende Eignung, die im Zuge
einer Eignungsprüfung festgestellt wird.
Neue Mittelschule (4 Jahre)
Lehrinhalt: Vermittlung von Allgemeinbildung und Schlüsselqualifikationen im sozialen, emotionalen und kognitiven Bereich.
Schulformen: Je nach Entscheidung der Eltern können die SchülerInnen der Neuen Mittelschule nach den Bestimmungen einer Hauptschule oder nach den Bestimmungen eines Realgymnasiums beurteilt werden. Nach Abschluss der 8. Schulstufe erhalten die SchülerInnen entsprechende Berechtigungen
(Hauptschul- oder AHS- Zeugnis).
Sonderformen der Neuen Mittelschule setzen beispielsweise einen
Schwerpunkt in Musik oder Sport.
Aufnahme: Erfolgreicher Abschluss der 4. Stufe Volksschule bzw. bei den Sonderformen
eine entsprechende Eignung, die im Zuge einer Eignungsprüfung festgestellt
wird
Realschule (6 Jahre)
Lehrinhalt: Die Realschule schließt mit einer qualifizierten Abschlussprüfung ab und soll
durch den Schwerpunkt auf Berufsvorbereitung und Praxisorientierung den
direkten Eintritt in das Berufsleben erleichtern.
Schulformen: In der Regel eine Klasse pro Schulstufe an ausgewählten Hauptschulen.
Aufnahme: Erfolgreicher Abschluss der 4. Stufe Volksschule
Allgemeinbildende höhere Schule (4 – 8 Jahre)
Lehrinhalt: Vermittlung von umfassender und vertiefter Allgemeinbildung sowie
Förderung diverser Schlüsselqualifikationen (Sprachen, Sozialkompetenz,
Naturwissenschaft, Musisch-Kreatives, Geisteswissenschaft, etc.). Die AHS
schließt mit der Reifeprüfung (Matura) ab, womit die SchülerInnen die
Hochschulreife erlangen.
Schulformen: Gymnasium – Fokus auf Sprachen und Geisteswissenschaften
Realgymnasium – Fokus auf Naturwissenschaften und Mathematik
Wirtschaftskundliches Realgymnasium – Fokus auf ökonomische und
lebenskundliche Inhalte.
Sonderformen der AHS setzen beispielsweise einen Schwerpunkt in Musik
oder Sport.
Aufnahme: Erfolgreicher Abschluss der 4. Stufe Volksschule sowie in den Fächern
Deutsch, Lesen und Mathematik eine Beurteilung mit „Sehr gut“ oder „Gut“.
Durch Beschluss der Klassenkonferenz der Volksschule kann aber auch bei
einer Beurteilung „Befriedigend“ in einem dieser 3 Fächer die AHS-Reife
ausgesprochen werden. Bei den AHS-Sonderformen eine entsprechende
Eignung, die im Zuge einer Eignungsprüfung festgestellt wird.
Alternativschule (4 – 8 Jahre)
Lehrinhalt: Privatschulen mit in der Regel abweichendem pädagogischem Konzept
gegenüber den Regelschulen.
Schulformen: ZB.: ‚ Freie Waldorfschule Graz‘ (Volksschule) oder ‚Karl Schubert Schule Graz
(Freie Waldorfschule)‘
Aufnahme: Je nach Schulform unterschiedlich
3. Nach der 8. Schulstufe
Polytechnische Schule (1 Jahr)
Lehrinhalt: Vermittlung von allgemeinem und beruflichem Grundwissen zur
Qualifizierung der SchülerInnen für den Eintritt in Lehre und Berufsschule
bzw. für den Übertritt in weiterführende Schulen.
Schulformen: Unterschiedliche Fachbereiche, die von den SchülerInnen gemäß ihres
Interesses oder ihrer Begabung als alternative Pflichtgegenstände belegt
werden (Metall, Elektro, Bau, Holz, Tourismus, Handel-Büro oder
Dienstleistungen)
Aufnahme: Erfolgreicher Abschluss der 8. Schulstufe.
Berufsbildende mittlere Schule (1 – 4 Jahre)
Lehrinhalt: Vermittlung von Allgemeinwissen und beruflichem Fachwissen. Abschluss der
3- und 4-jährigen BMS mit einer Abschlussprüfung.
Schulformen: Kaufmännische BMS, Technische & gewerbliche BMS, BMS für
Mode- und Bekleidungstechnik, BMS für wirtschaftliche Berufe, BMS für
land-, forst- und ernährungswirtschaftliche Berufe, BMS für Sozialberufe,
BMS für Touristik.
Aufnahme: Erfolgreicher Abschluss der 8. Schulstufe (wobei negative Beurteilungen in
Fächern, die für die gewählte BMS nicht mehr relevant sind, außer Acht
gelassen werden) sowie eine Eignungsprüfung.
Allgemeinbildende höhere Schule (4 Jahre Oberstufe)
Siehe oben.
Oberstufenrealgymnasium (4 – 5 Jahre)
Lehrinhalt: So wie auch die AHS vermittelt das ORG umfassende und vertiefte
Allgemeinbildung. Das ORG schließt ebenso mit der Reifeprüfung
(Matura) ab, womit die SchülerInnen die Hochschulreife erlangen.
Schulformen: Anders als bei der AHS bietet das ORG die Möglichkeit je nach
Interesse und Begabung Schwerpunkte in der Ausbildung zu setzen.
Demzufolge gibt es ORG mit folgenden Schwerpunkten: Musik, Bildnerisch-
Kreativ, Sport, Fremdsprachen, IT, Naturwissenschaften.
Aufnahme: Erfolgreicher Abschluss der 8. Schulstufe (wobei negative
Beurteilungen in Fächern, die in der gewählten weiterführenden
Schule nicht mehr relevant sind, außer Acht gelassen werden) sowie
eine Eignungsprüfung für Sonderformen (zB. Schwerpunkt Musik
oder Leistungssport) und für SchülerInnen, die aus der 3.
Leistungsgruppe Hauptschule (bzw. ebenso mit ‚Befriedigend‘ oder
‚Genügend‘ beurteilte SchülerInnen der 2. Leistungsgruppe) in das
ORG übertreten möchten.
Berufsbildende höhere Schule
Lehrinhalt: Vermittlung von umfassendem und vertieftem Allgemeinwissen sowie
höheres berufliches Fachwissen. Die BHS schließt mit einer Reife- und
Diplomprüfung ab, womit sowohl die Hochschulreife als auch eine
abgeschlossene Qualifikation im jeweiligen Berufsbereich erlangt wird.
Schulformen: Kaufmännische BHS, Technisch-Gewerbliche BHS, BHS für Kunst und
Design, BHS für Mode und Bekleidungstechnik, BHS für Sozialberufe, BHS für
land-, forst- und ernährungswirtschaftliche Berufe, BHS für Tourismus,
Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik (BAKIP).
Aufnahme: Erfolgreicher Abschluss der 8. Schulstufe (wobei negative
Beurteilungen in Fächern, die in der gewählten weiterführenden Schule nicht
mehr relevant sind, außer Acht gelassen werden) sowie eine
Eignungsprüfung für Sonderformen und für SchülerInnen, die aus der 3.
Leistungsgruppe Hauptschule (bzw. ebenso mit ‚Befriedigend‘ oder
‚Genügend‘ beurteilte SchülerInnen der 2. Leistungsgruppe) in das ORG
übertreten möchten.
Berufsschulen
Der Besuch einer Berufsschule erfolgt parallel zur Lehre im sogenannten „Dualen Ausbildungssystem“ nach Abschluss der 9. Schulstufe. Während im Lehrbetrieb die praktischen berufsspezifischen Kenntnisse und Fertigkeiten gelehrt werden, erlernen die SchülerInnen in der nach Branchen diversifizierten Berufsschule das fachtheoretische Grundwissen Ihres Lehrberufes sowie eine erweiterte Allgemeinbildung.
Die Dauer der Berufsschule orientiert sich an der Dauer des Lehrberufes.
4. Weiterbildung nach der Matura
Kollegs
Lehrinhalt: Vermittlung der Ausbildungsinhalte einer BHS. Kollegs schließen mit einem
Diplomprüfung ab. Sie werden in unterschiedlichen Fachbereichen
angeboten und dauern in der Regel 4 Semester (berufsbegleitende Kollegs
mitunter 6 Semester).
Fachbereiche: Design und Medienberufe, Kindergartenpädagogik, Kaufmännische Berufe,
Mode und Bekleidungstechnik, Sozialpädagogik, Technische und gewerbliche
Berufe, Tourismus und Freizeitwirtschaft, Wirtschaftliche Berufe.
Aufnahme: In folgenden Kolleg-Fachbereichen bedarf es einer Eignungsprüfung:
Design und Medienberufe, Kindergartenpädagogik sowie Sozialpädagogik.
Pädagogische Hochschulen
Lehrinhalt: Ausbildung zur Ausübung des Lehramtes an Pflicht- und berufsbildenden
mittleren und höheren Schulen sowie an Berufsschulen. Bachelor-
Studiengänge an den Pädagogischen Hochschulen dauern 6 Semester und
schließen mit dem „Bachelor of Education“ ab.
Lehramtsstudien für: Volksschule, Hauptschule, Sonderschule, Polytechnische
Schule, Religion an Pflichtschulen, Informations- und
Kommunikationspädagogik, Ernährungspädagogik.
Aufnahme: Die Aufnahmekriterien sind auf den Webseiten der jeweiligen
pädagogischen Hochschulen ersichtlich:
Pädagogische Hochschule Steiermark => http://www.phst.at/
Kirchlich Pädagogische Hochschule Graz => http://www.kphgraz.at/
Fachhochschulen
Lehrinhalt: Vermittlung einer wissenschaftlich fundierten und praxisorientierten
Berufsausbildung auf Hochschulniveau. Studiendauer und Studienablauf sind
Festgelegt und klar strukturiert. Die Anwesenheit bei den
Lehrveranstaltungen ist in einem gewissen Rahmen verpflichtend.
FH-Studiengänge werden teils in Vollzeitform, teils berufsbegleitend angeboten und dauern zwischen 3 und 5 Jahren. Der Abschluss erfolgt entweder im Zuge eines Diplomstudienganges oder aber im Zuge eines Bachelor- bzw. Masterstudiengangs. Mit Erlangung des Diplom- bzw. Mastergrades erwirbt man die Möglichkeit eines weiterführenden Doktoratsstudiums an einer Universität.
Studienrichtungen: Die Studienrichtungen sind auf den Webseiten der jeweiligen FHs
ersichtlich:
FH Joanneum => http://www.fh-joanneum.at/
Campus 02 – FH der Wirtschaft => http://www.campus02.at/
Aufnahme: Neben der Matura können auch die Berufsreifeprüfung, die universitäre
Studienberechtigungsprüfung sowie eine studienrelevante berufliche
Qualifikation als grundsätzliche Zugangsvoraussetzung akzeptiert werden.
Aufgrund der beschränkten Studienplätze in den Studiengängen der FH,
unterliegen allerdings sämtliche Studiengänge einem Auswahlverfahren (je
nach Studiengang Auswahlprüfung und/oder Auswahlgespräch).
Universitäten
Lehrinhalt: Vermittlung theoretischer und wissenschaftlicher Kenntnisse in den
unterschiedlichsten Fachbereichen mit Fokus auf die wissenschaftliche
Forschung und Entwicklung als Grundlage breit gefächerter beruflicher
Tätigkeiten.
Studienrichtungen: Die Studienrichtungen sind auf den Webseiten der jeweiligen
Universitäten ersichtlich:
Karl Franzens Universität Graz => http://www.kfunigraz.ac.at/
Technische Universität Graz => http://www.tugraz.at/
Kunstuniversität Graz => http://www.kug.ac.at/
Medizinische Universität Graz => http://www.meduni-graz.at/
Aufnahme: Neben der Matura können auch die Berufsreifeprüfung sowie die universitäre
Studienberechtigungsprüfung als grundsätzliche Zugangsvoraussetzung
akzeptiert werden. Für manche Studienrichtungen sind ggf. Zusatzprüfungen
(wie zB. Latein, Griechisch oder Biologie), für andere wiederum ein
Eignungstest (zB. für Kunst- und Sportstudienrichtungen) erforderlich.
Darüber hinaus sind die Universitäten berechtigt in bestimmten
Studienrichtungen weitere Zulassungsverfahren durchzuführen –
entsprechende Detail-Informationen können den Webseiten der
Universitäten entnommen werden.
5. Weiterbildung für Berufstätige
Für Berufstätige gibt es in Graz eine Fülle an Weiterbildungseinrichtungen unterschiedlicher Trägerorganisationen.
Nur beispielhaft seien hier erwähnt:
> Berufsbegleitende Kollegs
> Matura über zweiten Bildungsweg (zB. Maturaschule)
> Berufsbegleitende Fachhochschulstudien / Universitätslehrgänge
> Aus- und Weiterbildungskurse des Wirtschaftsförderungsinstituts (WIFI)
> Aus- und Weiterbildungskurse des Berufsförderungsinstituts (BFI)
> Aus- und Weiterbildungskurse der Volkshochschulen
> Grund- und Weiterbildungskurse der Urania Steiermark
Eine umfassende Auswahl an Weiterbildungsorganisationen inkl. angebotenen Aus- und Weiterbildungskursen in der Steiermark finden Sie auf der Webseite der ‚Erwachsenenbildung Steiermark‘ unter http://weiterbildung.steiermark.at/.